Ostsee-Umrundung: Mikrocamper Sommer (Tagebuch)

Tag 11

Um unseren Energiehaushalt wieder aufzufrischen, schlafen wir den nächsten Tag aus. Durch das verdunkelte Zelt stört es uns nicht, dass es die ganze Nacht dämmrig ist.
Wir stehen auf, stärken uns beim Frühstück in der Sonne und kommen mit unseren Parkplatznachbarn ins Gespräch. Sie erzählen uns, wo sie herkommen und wie ihr Weg bisher ist. Außerdem hat das Ehepaar samt ihren Reisebegleitern gegooglt, was es mit dem Logo auf den hinteren Türen unseres Autos auf sich hat. So haben wir ein nettes und freundliches Gespräch. Nach diesem machen wir den Abwasch, packen zusammen und wollen starten. Wir müssen schließlich das Kayak noch holen.
Wir setzen uns voller Tatendrang ins Auto, wollen starten und… nichts passiert. Das Auto springt nicht an. Mehr als ein leichtes Geräusch von ‚ich möchte anspringen, aber mir fehlt die Energie‘ ist nicht zu hören. Nach dieser Zahl an Kilometern kann es schon sein, dass die Autobatterie leer ist. Naja. Glücklicherweise sind wir auf einem gut gefüllten Parkplatz und haben nette österreichische Nachbarn. Da wir uns so gut unterhalten haben, klopfen wir an deren Wagentür und fragen nach Hilfe. Sie springen gleich auf, um uns Starthilfe zu geben. Wir schieben unser Auto aus der Parklücke etwas heraus. Die großen Camper haben ihre Batterie unter dem Fahrersitz. So können wir dann die Starterkabel anschließen. Es dauert keine 5 min und wir können losfahren. Nur ist es jetzt so, wir müssen noch das Kayak holen und das Auto dafür länger stehen lassen. Springt es dann auch an? Dieser Frage haben wir Abhilfe geschafft. Die beiden lieben Parkplatznachbarn geben uns ihre Handynummer. Wenn unser Auto nicht anspringt, können wir gern anrufen, sie sind noch den ganzen Tag hier. Das ist super! Auch wenn wir ihr Angebot später nicht in Anspruch nehmen mussten.
Wir fahren also wieder zum Nordkapp, zum Wanderweg E1 und steigen die 300 m hohe Steilküste hinab. Auf dem Weg nach unten holen uns Trainierende der norwegischen Bundeswehr ein. Sie denken, sie machen hier schon krasse Sachen. Als wir mitteilen, dass wir gleich ein Boot wieder nach oben tragen, staunen sie nicht schlecht. Wir sind auch sehr krass!
Wir beschließen dieses Mal, das Kayak in zusammengepackter Form nach oben zu befördern. Zwar ist die Hülle nicht ganz so griffig wie die Träger des Kayak, doch die deutlich kürzere Länge erleichtert das Tragen. Als das Kayak getrocknet, gefaltet und zusammengepackt ist, machen wir uns auf den Weg. Den ersten Streckenabschnitt tragen wir das Kayak gemeinsam. Es ist ein großer Unterschied spürbar, dass es jetzt in kompakter Form ist. Es lässt sich so viel besser tragen. Christian ist so lieb und trägt den zweiten Teil sein Kayak alleine. 35 kg muss man erstmal bergauf auf schmalen Weg tragen. Den Rest der Strecke teilen wir uns die Last. Immer wiedermachen wir Pausen, um Luft zu holen, den Puls etwas zu normalisieren und die Hände auszuruhen. Streckenabschnitt – Pause – Streckenabschnitt – Pause – Streckenabschnitt – Pause – … So kann man unseren Weg nach oben beschreiben. 2 h und 30 min quälen wir uns die Steilküste hoch.
Als wir oben ankommen und die Straße in Sichtweite ist, kommen Glücksgefühle auf. Wir wissen, es ist jetzt nicht mehr weit. Das rappelt sämtliche noch vorhandene Kräfte auf. Es fühlt sich so gut an, als das Kayak am Auto ist und wir es verstauen. Ich bin stolz auf uns!
Zur weiteren Freude hält auch die Autobatterie durch und wir können weiterfahren. Wir legen noch ein gutes Stück an Fahrweg zurück bis der Tank fast leer ist. Am Abend suchen wir uns einen Übernachtungsplatz in der Nähe von Ifjord.

2 Comments Add yours

  1. Mein positivstes Mitgefühl hätte das Projekt, wenn es hiesse:
    1/10 der Unfahrung PER FAHRRAD.

    1. Christian says:

      Ja naja dafür hätten die 3 Wochen nicht ausgereicht. Aber vielleicht kannst du uns ja von deinen Touren berichten. Die sind bestimmt auch sehr spanned. Wir sind gespannt. Liebe Grüße

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