Lederschuh vs. Membranschuh

Die erste Frage, die du dir beim Wanderschuhkauf überlegen solltest: Leder oder Membran? Beide Materialen haben sowohl Vor-, als auch Nachteile. Welches Material dich am besten bei deinen Abenteuern unterstützt, liest du hier.

Der Membranschuh:

  • Vorteile:
    • wasserdicht
    • atmungsaktiv *
    • trocknen schnell
  • Nachteile:
    • Membran hat begrenzte Lebensdauer
    • Membran kaputt= Schuhe undicht
    • Membran ist nur bei Temperaturgefälle atmungsaktiv (Wie eine Membran funktioniert)
    • mit vielen Nähten gefertigt
      → Nähte gelten als Schwachstellen eines jeden Schuhs. Sie gehen am ehesten kaputt und lassen Wasser eindringen
*bei einem Temperaturunterschied von mindestens 15°C zwischen
 Schuh-Innenraum und Außen
Einsatzgebiet:

Ein Membranschuh ist besonders für sehr feuchte Regionen zu empfehlen, da die Membran wasserdicht ist. Atmungsaktiv ist der Schuh jedoch nur bei einem ausreichenden Temperaturunterschied zwischen Innen und Außen. In warmen Gebieten ist die Wirkung der Membran eingeschränkt. Es sei denn, es werden sehr fordernde Touren begangen. Durch die Anstrengung steigt die Temperatur im Schuh und die Temperaturdifferenz kann erreicht werden, sodass der Schuh atmungsaktiv wird.
Aus diesem Grund und wegen der eingearbeiteten Fließschicht empfiehlt sich besonders in kalten Regionen der Einsatz von Membranschuhen.

Der Lederschuh:

  • Vorteile:
    • sehr robust, widerstandsfähig
    • anschmiegsam (passt sich der Fußform an)
    • nach Behandlung mit Bienenwachs wasserdicht
    • nimmt Feuchtigkeit (Schweiß) im Schuh auf
    • natürlich atmungsaktiv
    • meist mit wenig Nähten gefertigt
  • Nachteile:
    • Leder trocknet sehr langsam
    • ohne Imprägnierung nicht wasserdicht
Einsatzgebiet:

Lederschuhe eignen sich besonders für den Einsatz in warmen bis heißen Regionen, da sie natürlich atmungsaktiv sind und über ein besseres Fußklima verfügen als Membranschuhe.
Nicht zu empfehlen sind Lederschuhe in sehr feuchten Gebieten. Lässt der Schutz der Wachsschicht mit der Zeit nach, saugt das Leder die Feuchtigkeit auf. Einen Lederschuh komplett zu trocknen dauert sehr lange.

Mischform:

Es gibt auch Mischformen von Membran – und Lederschuhen. Die Außenschicht solcher Schuhe sind aus Leder gefertigt, da es sehr widerstandsfähig und robust ist. Nur ein kleines Schildchen mit dem Namen der verwendeten Membran zeigt an, dass es sich nicht um einen Volllederschuh handelt. Der Schuh ist somit wasserdicht. Die Membran befindet sich unter der Lederschicht und ist durch diese gut geschützt. Sollte die Membran mit der Zeit dennoch anfangen undicht zu werden, ist dies kein k.o. – Kriterium für den Schuh. Das Leder der Außenschicht wird, wie ein normaler Lederschuh gewachst und macht den Schuh wasserabweisend bis wasserdicht.
Gering nachteilig wirkt sich die Doppelschicht aus Membran und Leder auf das Fußklima aus. Darüber hinaus sind die meisten Schuhe der Mischform-Kategorie mit vielen Nähten versehen. Wie bereits erwähnt, ist dies eher nachteilig. Nähte gelten als Schwachstellen eines jeden Schuhs. Sie gehen am ehesten kaputt.

Fazit:

An dieser Stelle eine der Möglichkeiten als die perfekte Variante zu küren ist leider nicht möglich. Wie du siehst: alles hat Vor- und Nachteile. Den perfekten Schuh
schlechthin gibt es leider nicht. Aber den Perfekten für dich schon!
Mein Tipp: überlege dir, in welchen Gebieten du dich vorrangig aufhalten wirst und – ganz wichtig –probiere verschiedene Modelle an!
Denn die Hauptsache ist (trotz aller Vor- und Nachteile), dass du dich in den Schuhen wohlfühlst!

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