Daune

Was ist Daune eigentlich?

Daunen sind kleine, sehr weiche Federn. Bei den meisten Vogelarten wachsen sie als Unterkleid unter dem sichtbaren Federn und sorgen dort für eine optimale Isolation des Vogels vor Hitze und Kälte.

feather vs down
normale Feder und Daunenfeder

Eigenschaften

Vorteile
  • elastisch: Daunen sind extrem elastisch – (fast) egal wie doll man die Daunen zusammendrückt, sie entfalten sich danach rasch aufs Neue und finden in ihre Ausgangsform zurück
  • leicht: Daunen sind in Sachen Gewicht echte Spitzenreiter – keine andere Federart ist so leicht.
  • dreidimensional: Anders als klassische Federn ist die Daune dreidimensional. Die am Kiel angeordneten Federästchen gehen strahlenförmig in alle Richtungen. Durch diesen Aufbau kann die Daune wesentlich mehr Luft einschließen und hat somit eine bessere Isolationsfähigkeit.
  • langlebig: Die richtige Pflege vorausgesetzt, sind Daunen(produkte) sehr langlebig.
  • ökologisch: Federn sind Produkte der Natur und damit ökologisch unbedenklich. Kritik gibt es jedoch teilweise an der Beschaffung von Daunen
Nachteile
  • anfällig für Feuchtigkeit/Nässe: Daunen sind relativ empfindlich, was Feuchtigkeit und Nässe angeht. Sind die zarten Federn nass, klumpen sie, verlieren ihre dreidimensionale Struktur und damit ihre Isolationsfähigkeit. Kaputt geht die Daune davon nicht, es dauert jedoch im Vergleich zu Kunstfasern lange, bis sie wieder trocken ist.

Aufgrund ihrer natürlichen Eigenschaften eigenen sich Daunen nahezu perfekt als Füllmaterial für Jacken, Bettzeug und Schlafsäcke.

Daune als Füllmaterial

Als Füllmaterial werden die Daunen von Gänsen oder Enten verwendet. Gänsedaunen sind dabei etwas hochwertiger, da sie besser isolieren.

Die absolute Superdaune (am feinsten, am leichtesten…und mit Abstand am teuersten) stammt von der Eiderente. Da die Entenart unter Naturschutz steht, dürfen die Tiere nicht gerupft werden. Die Daunen werden stattdessen per Hand aus den Nestern der Tiere gesammelt – natürlich nach Ende der Brutzeit. Ein enormer Aufwand! Kein Wunder also, dass du die Eiderdaune eher selten finden wirst und wenn, dann für viel Geld – ein gutes Stichwort: Wie viel kostet eigentlich ein „normales“ Daunenprodukt?

Preis

Qualitativ hochwertige Daunen, die aus fairer Tierhaltung kommen, sind nur in begrenzten Mengen verfügbar. Aus diesem Grund haben Daunenprodukte – im Vergleich zu Kunstfaserprodukten – oft stolze Preise. Auf lange Sicht verliert der Preisunterschied aber an Bedeutung: Daunenprodukte sind wesentlich langlebiger als Kunstfaserprodukte.

Was du beim Kauf von Daunenprodukten beachten solltest

Auf deiner Suche nach der passenden Daunenjacke bzw. dem passenden Daunenschlafsack für dich, solltest du auf die folgenden Aspekte achten, die dir Hinweise auf die Qualität und Isolationsfähigkeit der Daune geben.

  • Bauschkraft: Die Bauschkraft oder Füllkraft (im Englischen „Fillpower“ oder „loft“) beschreibt die Fähigkeit der Daune nach einer Kompression wieder zurück in ihre ursprüngliche, bauschige Form zu kommen. Eine hohe Bauschkraft sorgt für eine bessere Isolation. Angegeben wird die Bauschkraft in der Maßeinheit cuin. Um zu ermitteln, wie viel cuin ein Material hat, wird eine Unze (etwa 28,35g) eines Isolationsmaterials über 24 Stunden hinweg zusammengedrückt. Anschließend wird das Volumen gemessen, auf das sich das Material nach der Kompression wieder ausdehnt. Ein cuin entspricht dabei rund 16 Kubikzentimetern.

Es gilt: Desto höher der cuin- Wert, desto höher die Bauschkraft, desto besser die Isolation.

  • Füllmenge: Die Füllmenge gibt an, wie viel Daune in dem jeweiligen Produkt verarbeitet wurde. Angegeben wird die Füllmenge in Gramm (der Wert bezieht sich hierbei auf das Flächengewicht in Gramm pro Quadratmeter). Die Menge der Daunen entscheidet (genau wie die Bauschkraft) über die Isolationsfähigkeit des Produktes.

Es gilt: Je mehr Daunen, desto wärmer das Produkt.

  • Verhältnis Daune zu Federn: Um den kleinen und bauschigen Daunen mehr Stabilität zu geben, wird jede Daunenfüllung mit einem gewissen Anteil an normalen Federn versehen. Diese stammen in der Regel aus dem Obergefieder von Enten. Das sogenannte Mischverhältnis gibt dir darüber Auskunft, wie viel von welcher Federsorte verarbeitet wurde. Bei einer Jacke mit 100g Füllung und einem Mischverhältnis von 95/5 würde das bedeuten, dass 95g Daune und 5g Federn verarbeitet sind.

Es gilt: klassische Federn sind schwerer und haben eine geringere Isolationsfähigkeit als Daunen. Folglich bedeutet ein höherer Daunenanteil mehr Qualität. Ein gewisser Anteil an Federn (optimal um die 5%) sollte das Produkt aber haben, um die Daunen zu stabilisieren.

Pflege

Aufgrund ihrer Anfälligkeit für Feuchtigkeit und Salzkristalle solltest du es weitestgehend vermeiden Daunenjacken und -schlafsäcke mit Schweiß in Berührung kommen zu lassen. Für die Nächte im Daunenschlafsack empfiehlt es sich, ein Inlett (Hüttenschlafsack) zuverwendet. Es schützt den Schlafsack vor nächtlichem Körperschweiß (und macht die Nacht im Schlafsack noch ein bisschen wärmer).

  • Lagern: Daunenjacken und -schlafsäcke sollten nicht geknautscht gelagert werden. Werden die Daunen über einen langen Zeitraum komprimiert, verlieren sie ihre Bauschkraft. Bei Schlafsäcken gibt es beim Kauf meist einen größeren Netzsack dazu, in dem der Schlafsack fluffig und luftig gelagert werden kann.
  • Waschen & Trocknen: 
    • Variante 1: Den Schlafsack oder die Jacke mit Daunenwaschmittel in die Badewanne geben und gut durchspülen (am besten mehrmals).
      Das Problem: Schlafsack bzw. Jacke saugen sich extrem voll und werden dadurch sehr schwer. Außerdem dauert das Trocknen sehr lange (über mehrere Tage hinweg).
      Das nasse Textil darf nicht aufgehangen werden! Am besten ist es, Schlafsack oder Jacke auf einem Wäscheständer auszubreiten und regelmäßig zu wenden und aufzuschütteln, damit die Daune nicht klumpt.
    • Variante 2: Den Schlafsack mit Daunenwaschmittel bei Schonprogramm und max. 30 Grad in die Waschmaschine geben. Die Waschtrommel sollte mindestens 6kg fassen. Allgemein gilt: desto größer die Trommel, desto besser. Sollte deine Waschmaschine zu klein sein, empfiehlt sich ein Waschsalon- dort stehen große Maschinen zur Verfügung. Zusätzlich kannst du Tennisbälle oder ähnliches mit in die Waschmaschine geben. Sie sorgen für mehr Bewegung in der Trommel.
      Der Vorteil der Waschmaschine: der Schlafsack wird sauberer als bei der Handwäsche und ist hinterher nicht soo nass. Beim Trocknen bitte wieder darauf achten den Schlafsack nicht aufzuhängen sondern zu legen und regelmäßig zu wenden bzw. aufzuschütteln.Trocknen im Trockner:
      Wer sich das lange Trocknen ersparen möchte, kann den Schlafsack auch im Trockner trocknen.

Ganz wichtig: nur Daunenwaschmittel verwenden. Herkömmliches Waschmittel schädigt die natürlichen Fette der Daune irreparabel.

Gut zu wissen

Was ist imprägnierte Daune?

Daunen sind ziemlich anfällig für Feuchtigkeit und Nässe. Um Daunenprodukte widerstandsfähiger zu machen, werden die Daunen vor dem Befüllen mit einem speziellen Imprägniermittel behandelt, welches die kleinen Federn wasserabweisend werden lässt. Einen 100%igen Schutz vor Feuchtigkeit und Nässe bietet die Imprägnieren aber nicht.

Warum sind Daunenprodukte gesteppt?

Damit die Daunen in Jacke oder Schlafsack nicht verrutschen, sind diese in Kammern unterteilt. Die Kammern halten die Daunen an der richtigen Stelle, damit alle Körperstellen warm bleiben. In der Regel sind die Nähte der Kammern durchgesteppt. Um das Eindringen von Kälte an diesen Schwachstellen (Kältebrücken) zu verhindern, sind hochwertige Modelle so konstruiert, dass sich die Kammern überlappen. Alternativ versehen manche Hersteller die Innenseite der Produkte mit einer zusätzlichen Stoffschicht.

Kritik

Die Gewinnung der Daune für Jacken, Bettzeug oder Schlafsäcke ist durchaus umstritten. Generell kritisieren Tierschützer die Haltungsbedingungen der Tiere, die überwiegend in Massentierhaltung oder – noch schlimmer – in Stopfmast aufwachsen. In der Stopfmast werden die Vögel mit einer Mischung aus Mais und Schweineschmalz zwangsernährt. Die fetthaltige Masse wird ihnen über ein Rohr direkt in den Magen gepumpt. Dadurch wächst die Leber der Tiere abnormal groß und bringt nach dem Schlachten einen satten Gewinn. Im europäischen Raum ist die Stopfmast so gut wie überall verboten. Nichtsdestotrotz ist der Import der Stopflebern der Vögel aus einer solchen Mastbetrieb legal – das selbe gilt für die Daunen der Tiere …

Neben den Haltungsbedingungen steht auch die Daunengewinnung an sich in der Kritik. Unterschieden wird hierbei in Lebendrupf und Totrupf. Beim Totrupf sind die Tiere bereits geschlachtet und werden nach dem Rupfen als Nahrungsmittel weiterverarbeitet. Diese Art der Daunengewinnung wird überwiegend praktiziert – auch aufgrund des Prostest gegen den Lebendrupf. Hierbei werden die Tiere lebendig gerupft, meist unabhängig von der Mauserzeit, d.h. unabhängig davon, ob die Daunen noch fest am Körper verwachsen sind. Dieser Prozess ist für die Vögel mit enormen Stress und Schmerzen verbunden.

Woran erkenne ich Daune aus fairen Bedingungen?

Eine schwierige Angelegenheit! Viele Hersteller haben sich verpflichtet nur noch „gute“ Daune in ihren Produkten zu verarbeiten und haben dafür eigene Standards und Zertifikate entwickelt.

Seit 2015 gibt es darüber hinaus den Global Traceable Down Standard (Global TDS).

Dieser soll gewährleisten, dass die Daunen nicht von Tieren aus der Stopfmast kommen und diese nicht lebend gerupft wurden. Neben den unangekündigten Inspektionen der Herstellungsorte werden auch die Lebensbedingungen der Elterntiere überprüft. Damit gilt der Global Traceable Down Standard als der strengste Standard, den es gibt. Aber sind die Daten wirklich wahr? Wir können es nicht genau sagen…Kritiker und Befürworter des Global TDS diskutieren das Thema kontrovers.

Dasselbe gilt übrigens im selben oder noch größeren Maße für andere „offizielle“ Zertifikate und Standards, wie dem Responsible Down Standard (RDS).

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