Paddeln auf dem Achterwasser

Tourenname: Achterwasser
Schwierigkeit: leicht
Tourenlänge: 46km
Ausrichtung: Rundkurs
GPS: Route und Track als GPX

Usedom. Mit durchschnittlich 1906 Sonnenstunden im Jahr gilt das Eiland in der Ostsee völlig zu recht Recht als „Deutschlands Sonneninsel“!
Nach den langen Wintermonaten ist Usedom deswegen unsere erste Wahl, um wieder Sonne zu tanken und die Vitamin D-Produktion anzukurbeln. Wir nutzen das verlängerte Wochenende über Himmelfahrt und fahren Richtung Norden. Natürlich mit dabei: unsere Faltkajaks!

Wir starten unsere Tour vom Lieper Winkel aus – genauer gesagt von Warthe, das auf der Spitze der Landzunge liegt. In Warthe dann der folgende Ausblick: Ein kleiner Sandstrand, daneben eine Pferdekoppel, vor uns das Achterwasser. Auf den ersten Blick sieht das Achterwasser aus wie ein riesiger See – und so falsch liegt man mit diesem ersten Eindruck nicht. Das Achterwasser ist eine Lagune des Peenestroms. Es strömt zwar auch Ostseewasser ein, alles in allem ist das Wasser aber eher süß. Seinen Namen leitet das Gewässer übrigens vom niederdeutschen Wort “achtern” ab, was soviel wie “hinten” bedeutet. Das Achterwasser trägt seinen Namen also deshalb, weil es hinter der Ostsee liegt.
Aber zurück zu unserer Paddeltour! In Warthe angekommen, beladen wir die Boote und machen die ersten Paddelschläge Richtung Nordwesten. Sonnenstrahlen tanzen auf dem Wasser, das gemächlich gegen unsere Kajaks schwappt.
“Guck mal da!“ ruft Christian mir zu. Ich folge seinem gestrecktem Arm und sehe einen alten Kahn, der aus dem grünlichem Wasser vor uns stakt. Vorsichtig umrunden wir das alte Frack. Am Strand dahinter baden Kinder.

wreck
Altes Schiffswrack nahe Warthe ©Christian Hein

Immer weiter folgen wir dem Uferverlauf, der zunehmend von dichtem Schilf bewachsen ist. Wir haben leichten Gegenwind, das Wasser ist aber weitestgehend ruhig. Paddelschlag für Paddelschlag umrunden wir die Landzunge und legen schließlich für eine kleine Landpause in Grüssow an. Wieder zurück auf dem Wasser beschließen wir zu queren. Auf „offener“ See sind die Wellen etwas höher, aber bei weitem kein Problem für unsere Seekajaks. Wir kommen gut voran und erreichen schließlich die breite Einfahrtsschneise des Stagnitzer Hafens. Direkt neben dem Hafen befindet sich ein Campingplatz, auf dem wir ein nettes Plätzchen für unser Zelt finden. Viele Camper hier sind zum Kitesurfen da. Wie wir lernen, ist das Achterwasser dafür wohl wie gemacht.
Wir kochen gerade Abendessen, als der Himmel sich plötzlich verdunkelt: schwere Regenwolken schieben sich vor die Sonne. Unsere Nudeln werden gerade so gar, bevor das Gewitter losbricht. Und was für eins! Es schüttet wie aus Eimern, Blitze zucken über den Himmel und immer wieder klatschen Hagelkörner gegen die Zeltwand. Was für eine außergewöhnliche Geräuschkulisse! Unser Zelt besteht den Härtetest zum Glück ohne Schwierigkeiten. Wir sitzen im Trockenen und lassen uns das wohlverdiente Abendessen schmecken.

Toni is preparing the meal
Toni kocht uns Spaghetti ©Christian Hein

Tag 2

Der nächste Morgen ist zumindest aus der Sicht unserer kitesurfenden Nachbarn eine Enttäuschung: Es hat zwar aufgehört zu regnen, aber es weht kaum ein Lüftchen mehr. Das Wasser liegt vor uns wie ein gigantischer Spiegel. Ein junger Mann versucht trotzdem sein Glück. Ein paar mal fliegt sein Schirm hoch in die Luft, sackt aber immer wieder zusammen. Nach ein paar gescheiterten Versuchen gibt er es auf.
Wir haben derweil gefrühstückt und sind dabei zusammenzupacken. Uns macht die Flaute nichts aus – ganz im Gegenteil! Wir kommen gut voran, als wir zur Halbinsel Gnitz aufbrechen. Wir entfernen uns vom schilfbewachsenen Ufer und paddeln direkt zur Landzunge. Die Luft ist erfüllt vom Gesang verschiedener Vögel. Wir sehen Reiher, Kormorane, Möwen und, und, und.
Unser heutiges Ziel ist Lütow, genauer gesagt der Naturcampingplatz etwas außerhalb des Ortes.  Auf unserem Weg passieren wir mehrere Reusen, aus denen die Fischer an guten Tagen mehrere Tonnen Fisch holen. Das Ufer, von dem wir uns immer weiter entfernen, wird immer grüner und wilder. Kein Wunder: Gnitz ist weitestgehend Naturschutzgebiet.
Wir erreichen die Spitze der Halbinsel und paddeln nun wieder näher am Land. Das Ufer fällt hier relativ steil ab – landschaftlich außerordentlich schön! Das Gestein, was so zum Vorschein kommt ist sehr hell, weshalb die Erhebung auch „Weißer Berg“ genannt wird. Genau auf diesem „Berg“ befindet sich der Campingplatz. Wir landen an einem Sandstrand an, von wo aus eine Holztreppe hinauf zum Campingplatz führt. Der Platz ist unglaublich schön und weitläufig. Hinzu kommt ein toller Ausblick auf das Achterwasser und ein Sonnenuntergang, mit dem wir an diesem recht bewölktem Tag nicht gerechnet haben – eine willkommene Überraschung!

Sunset in Lütow
Sonnenuntergang in Lütow ©Christian Hein

Tag 3

Wir haben gut geschlafen und machen uns nach einem ausgiebigen Frühstück wieder auf den Weg. Die Kajaks zu beladen geht schon deutlich schneller: Die Abläufe haben sich eingespielt.
Vom Lütower Zeltplatz aus queren wir hinüber zum Festland. Auf Höhe der kleinen Ortschaft Wehrland paddeln wir dann weiter entlang der Uferlinie Richtung Süden bis zu der Bucht, in der die Stadt Lassan liegt. Der Wind ist heute etwas stärker, als die letzten Tage und auch die Wellen sind dementsprechend etwas höher. Das Achterwasser ist an sich recht flach, sodass sich bei Wind häufig kurze, schnell aufeinanderfolgende Wellen aufbauen können. Tatsächlich hören wir von mehreren Unfällen in den letzten Jahren, die tödlich geendet haben sollen…(inwiefern dabei Alkohol im Spiel war lässt sich schwer sagen). So oder so hinterlassen solche Geschichten ein mulmiges Gefühl, wirklich in Gefahr sind wir jedoch nicht. Zum einen aufgrund der ruhigen Wetterlage, zum anderen wegen unserer Seekajaks, die für deutlich härtere Bedingungen als in der geschützten Lagune gemacht wurden.
Kurz vor Lassan wenden wir dem Festland wieder dem Rücken zu und queren den Peenestrom, um zurück auf die Sonneninsel zu kommen. Wir nehmen allerdings nicht den direkten Weg, sondern fahren nach Rankwitz etwa 6km südlich unserer Einsetzstelle. Im Hafen der Gemeinde legen wir an und machen eine ausgiebige Pause im Restaurant „Zur alten Fischräucherei“. Super lecker!
Von Rankwitz aus paddeln wir danach das Ufer hinauf zurück bis nach Warthe.

Unser Touren-Fazit:
Das Achterwasser und Umgebung sind definitiv einen Besuch wert: tolle Landschaft, unberührte Natur fernab der Touristenströme und sehr, sehr viel Sonne.

weitere Impressionen

map of the Achterwasser trip
Karte vom Achterwasser-Trip

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.