Klettern an den Greifensteinen

Tourenname: Greifensteine
Schwierigkeit: 2 – 9+ UIAA
Absicherung: Sächsich
Routenlänge: 30m
Ausrichtung: Alle
Zustiegszeit: 5min
Felstyp: Granit
GPS: Ort als GPX

Lage

Das Landschaftsschutzgebiet „Greifensteine“ liegt im Mittelerzgebirge, etwa 25km südlich von Chemnitz. Zu den umliegenden Ortschaften zählen Thum, Ehrenfriedersdorf und Geyer.
Durch ihre zentrale Lage im Erzgebirge haben die Greifensteine auch landschaftlich einiges zu bieten: So hat man vom Kreuzfelsen aus ein beeindruckenden Ausblick über das Umland.

Info‘s rund ums Klettern

Das Klettern an den Greifensteinen hat Tradition– bereits vor 100 Jahren machten sich Kletterer an den Felsen zu schaffen. Ging es damals noch vor allem um die Vorbereitung für größere Touren in den Alpen, gelten heute offiziell sechs der sieben Greifensteine als eigenständiges Klettergebiet.
Mittlerweile erfreuen sich die Granitgipfel bei Kletterern von Nah und Fern großer Beliebtheit. In der Regel ist deshalb – vor allem an Sonnentagen – mit verhältnismäßig viel Betreib zu rechnen.

Gestein

Die Greifensteine bestehen aus Granit und sind ausgesprochen fest und griffig, aber nicht so rau, wie in anderen Granitgebieten.
Durch die interessante „Wollsack“-Form des Felsens überwiegen vor allem runde Strukturen – spitze Kanten zählen eher zu den absoluten Ausnahmen.

Routen & Schwierigkeitsgrade

In Sachen Abwechslung haben die Greifensteine einiges zu bieten: Bis auf lange Kaminabschnitte, lässt sich so gut wie alles finden – und das in fast jedem Schwierigkeitsgrad (das Spektrum reicht von 2 – 9+). Die aufgestellten Schwierigkeitsgradesollten jedoch eher als Orientierung gelten, da sie gemessen an anderen Klettergebieten häufig schwieriger ausfallen.
Nichts desto trotz kommen Kletterer jeden Niveaus auf ihre Kosten … besonders Freunde der Klettertechnik dürften sich die Hände reiben: Aufgrund ihrer relativ geringen Wandhöhe (10-30m) und ihrer Struktur fordern die Greifensteine nämlich mehr Technik als Kraft.

Absicherung

Im Kletterführer wird die Absicherung als „traditionell sächsisch“ beschrieben. Das Legen eigener Sicherungspunkte sollte dementsprechend beherrscht werden. Neben Schlingen und Knoten sind dabei auch Friends und Klemmkeile erlaubt, da sie dem festen Fels nicht schaden.
Bei vielen Routen wird die Schlüsselstelle zusätzlich durch einen Ring abgesichert (in moderneren Routen auch Bohrhaken). Manche Routen sind auch, im Stil einer Sportkletterroute, komplett durch Bohrhaken abgesichert – „südfranzösische Maßstäbe“ sollten jedoch nicht erwartet werden.

Zustieg zum Fels

Vom Parkplatz aus sind es nur wenige Schritte bis zu den ersten Felsen.
Seekofel, Kleiner Brocken, Stülpnerwand und Turnerwand erreicht man, indem man den markierten Übertritt des Zauns an der Westwand des Seekofels nutzt. Den Zaun bitte nicht an anderen Stellen übertreten, da es sich bei dem Gebiet um ein Privatgrundstück handelt.

Regeln und sonstige Hinweise
  • Das Klettern ist nur Mitgliedern des DAV oder CWBV bezieungsweise durch eine Anmeldung gestattet.
  • Während Proben und Aufführungen auf der Naturbühne ist das Klettern nur eingeschränkt erlaubt – teilweise auch komplett verboten.
    Infos unter www.dav-chemnitz.de
  • Die Nutzung von Magnesia ist verboten.
  • Gipfelbücher befinden sich auf allen kletterbaren Greifensteinen.
Kletterführer: 
Glück Auf (Geoquest Verlag) ISBN: 978-3-00-052908-5
view from the top
Sicht von oben ©Jarno Hein

Allgemeines zu den Greifensteinen

Geologie & Geschichte

Die Geschichte der Greifensteine beginnt mit ihrer Entstehung vor mehr als 250 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit füllten sich Risse in den Erdschichten, die durch Plattenverschiebungen entstanden waren, mit Magma aus dem Erdinneren. Dieses härtete aus und bildete den Granitstock des ersten Greifensteins. Durch die Hebung der erzgebirgschen Pultscholle wurde der Granitgigant an die Erdoberfläche gedrückt. Insgesamt entstanden auf diese Weise 13 Granitfelsen. Der Verwitterung jahrhundertelang ausgeliefert, erhielt das Gestein seine heutige „Wollsack“-Form (angelehnt an das Aussehen großer, mit Wolle gefüllter Leinensäcke, wie sie damals im Erzgebirge üblich waren).
Von den ehemals 13 Greifensteinen sind heute leider nur noch sieben erhalten. Die restlichen sechs Gesteinsformationen wurden bei Steinbrucharbeiten im 19.Jahrhundert abgetragen. Der wertvolle Granitstein wurde anschließend zu Werkzeugen, Grabsteinen oder Trögen für die Viehzucht weiterverarbeitet.

Die Greifensteine heute

An die Zeit der Steinbrecher erinnert noch heute ein großer Steinbruch. Seit 1931 wird dieser für Theater- und Filmaufführungen genutzt. Das Naturtheater in mitten der noch erhaltenen Felsformationen sorgt für ein kulturelles Erlebnis der besonderen Art.
Das Gebiet rund um die Greifensteine ist auch für seine schönen Wandertouren (z.B zur bekannten Stülpnerhöhle) bekannt, während ein Berggasthof zur Einkehr einlädt. In unmittelbarer Nähe gibt es des weiteren einen Erlebniskletterwald.
An heißen Sommertagen lockt der nahe Greifenbachstauweiher. Hier kann ausgiebig gebadet und geplanscht werden.
In Ehrenfriedersdorf (etwa 4km entfernt) kann des weiteren ein historisches Schaubergwerk besichtigt werden.

Anreise & Parken

Die Anreise gestaltet sich unkompliziert. Von Geyer, Ehrenfriedersdorf oder Thumfolgt man einfach der Ausschilderung „Greifensteine“. Am Ziel angekommen gibt es direkt neben dem Gasthof ausreichend Parkplätze, auf denen man gegen Gebühr parken darf.

Übernachtungen

Ganz in der Nähe der Greifensteine befinden sich zwei Jugendherbergen. Außerdem gibt es in fußläufiger Entfernung einen Zeltplatz am bereits erwähnten Greifenbachstauweiher.
Auch im Gasthof direkt neben den Felsen kann genächtigt werden.

map of the Greifensteine
Karte von den Greifensteinen

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