Chimborazo Nationalpark Tag 5

Was auch immer „Grande animale“ auch ist…es hat uns verschont! Der Muskelkater allerdings nicht. Ich sterbe tausend Tode als ich aus dem Zelt krieche. Der tolle Blick auf den Chimborazo entschädigt nur kurz. Christian scheint es nicht so schlimm getroffen zu haben. Er wäscht sich sogar die Haare! Für ein solch extremes Ausmaß an Hygiene fehlt mir der Elan. Wir filtern Wasser und kochen Tee. Dann geht es los. Heute seeehr laaangsam. Meine Beine sind schwer wie Blei.
Wir machen verfrüht Mittag in einem kleinen Örtchen. Sofort sind wir von einer Meute Kindern in hübschen roten Ponchos umringt. Es ist Pause in der kleinen Dorfschule. Sie starren uns und unser Gepäck neugierig an. Wir starren nicht weniger neugierig zurück. Wir kommen ins „Gespräch“. Wieder mal sehr amüsant. Schließlich holen sie ein blondes Mädchen, etwa in unserem Alter. Es ist Anna, ebenfalls aus Deutschland, die momentan ein Freiwilliges Soziales Jahr hier an der Schule macht. Super cool! Sie nimmt uns mit in die Schule. Christian ist DER Star auf dem Schulhof: alle Kinder wollen sich an seinem schweren Rucksack versuchen oder zumindest mal das GPS – Gerät halten. Anna führt uns herum. Die Klassenräume sind einfach und teilweise nur durch einen Vorhang voneinander getrennt. Die gesamte Schülerschaft (etwa 60 Kinder) folgt uns bei der Besichtigung. Sehr stolz scheinen sie über einen Raum zu sein, in dem sie selbst Käse produzieren, und einen Stall voller Meerschweinchen. Die werden ordentlich gefüttert und dann anlässlich des nächsten Schulfests gegessen. Oha! Andere Länder, andere Sitten!
Unser unangemeldeter Besuch scheint den normalen Schulbetrieb wenig zu stören. Alle sind sehr entspannt. Anna berichtet uns, dass der Unterricht teilweise über Wochen komplett ausfällt, weil beispielsweise ein großes einmonatiges (!) Fußballspiel ausgespielt werden muss. Und da sage einer, die Deutschen wäre fußballverrückt :P
Wir löchern Anna mit tausend Fragen über ihr Leben und das Leben der Menschen hier. Wir sind fasziniert.
Schließlich stellt sich heraus, dass Anna auch geplant hatte heute noch nach Ambato zu fahren und so entscheiden wir uns das letzte Stück des Weges mit ihr zu trampen. Wir haben Glück: nach relativ kurzer Zeit kommt ein Pick Up vorbei. Wir dürfen auf der Ladefläche mitfahren. Es ruckelt wie wild. Der Weg ist holprig und kurvig. Die Stimmung ist ausgelassen. Meine müden Beine jubeln über jeden gefahrenen Meter. Gegen Nachmittag kommen wir in Ambato an. Hier hält uns nicht viel und so nehmen wir den Bus weiter nach Baños.
Baños ist etwa 40km von Ambato entfernt und liegt in unmittelbarer Nähe zum aktiven Vulkan Tungurahua. Wie aktiv er ist, erfahren wir schon während der Busfahrt. Der Vulkan, schon von weitem gut sichtbar, spuckt riesige Aschewolken! Wir kleben gebannt an den Fensterscheiben. Die anderen Fahrgäste scheinen wenig beeindruckt. Sieht man hier anscheinend öfters.
Baños an sich ist ziemlich touristisch. Die Leute sprechen sogar englisch. Wir ignorieren die zahlreichen Hostels und schlagen unser Zelt etwas außerhalb an einem Fluss auf. In der Nähe stürzen gewaltige Wasserfälle herab. Als es dunkel wird, leuchten plötzlich Abermillionen Glühwürmchen auf. Es ist magisch!

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